Wolfgang Kuhn betreibt in Trun erfolgreich eine Kleinbrauerei – und räuchert zum Bier passenden Lachs.
Brauerei & Räucherei Trun
Via Principala 42
7166 Trun
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+41 79 533 92 79
Das eine seiner vier Biere, ein Stout, ist so dunkel wie sein Rauschebart. Wolfgang Kuhn ist in Trun Brauer «aus Leidenschaft, wobei die Betonung manchmal auf der ersten Worthälfte liegt». Dann nämlich, wenn etwas schiefläuft und Essig statt Bier das Resultat ist, «was mir aber nur am Anfang meiner endlosen Tüftelei passierte».
Vier Braukessel stehen in seinem Kleinbetrieb auf 35 Quadratmetern und jeden Monat produziert Wolfgang in diesen 1000 Liter. «Ein Braugang dauert 27 Stunden», sagt der 35-Jährige, der mit seiner Partnerin Monika Siegenthaler, «die mir beim Abfüllen und Ausliefern hilft», bis vor zwei Jahren ein Restaurant im aargauischen Untersiggenthal führte. «Wegen Personalmangel musste ich es schliessen und fand per Zufall in die Surselva.» Im Unterland hatte er Braukurse besucht und auf die Zutaten Wasser, Malz, Hefe und Hopfen gesetzt, «da bin ich ganz klassisch unterwegs». Hopfen ist aber sehr unterschiedlich, weiss er: «Es gibt weltweit über 200 Sorten, und jede bewirkt eine spezielle Geschmacksnote». Sein Sortiment überzeugt «mit viel Kraft und Würzigkeit», was nicht nur Männern zusagt: «Meine Biere sind weder bitter noch süss, sondern einfach fruchtig und süffig».
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Das erste Produkt, das Wolfgang zustande gebracht hatte, war mit 15 Volumenprozent «etwas leicht Übertriebenes». Jetzt haben seine Durstlöscher fünf bis sechs Volumenprozent und sie gehen vor allem an Gastrobetriebe zwischen Flims und Sedrun. Einige beliefert Kuhn sehr abenteuerlich. Der Braumeister arbeitet nebenbei als Bauhandlanger sowie bei den Brigelser Bergbahnen, von deren Endstation aus er im Winter auf Skiern zu nahen Beizchen fährt – «ohne Stöcke, links und rechts einen Harass von 13 Kilo tragend».
Wolfgang ist ein flexibler Pfiffikus. Er bringt nebst Top-Bieren auch Lachs auf den Markt, den er in einem kubikgrossen Ofen mit kanadischem Hickory-Holz räuchert. Die Fische kommen filetiert von der Farm Swiss Lachs im südbündnerischen Lostallo. Jährlich verarbeitet der gelernte Koch rund 600 Kilo – «an Ostern und Weihnachten sind es wöchentlich 45 Kilo». Bier, sagt der Kenner, passt bestens zu den Leckerbissen. «Zu pochiertem Lachs ist ein Helles ideal, zu geräuchertem ein Amber.»
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