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Französischer Hochgenuss

Text: Roland Falk, Bild: Daniela Kienzler

Im Hofladen von Catrina Livers in Trun ist neben herkömmlichen Agrarprodukten Fleisch von stressfrei geschlachteten Kälbern zu haben.

Französischer Hochgenuss

Kontakt

Hofladen Pustget
Via Rensch 9
7166 Trun

catrina@pustget.ch
+41 79 447 93 84

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Sehr aromatisch ist das Fleisch, das Catrina Livers in ihrem Hofladen Pustget bei Trun anbietet. «Zudem ist es marmorierter als vieles, was man kennt», sagt die einstige Primarlehrerin, die nach einer Bäuerinnenlehre seit 2018 «mit Leib und Seele» für ihre Kundschaft da ist. 

Dass ihre Produkte vorzüglich munden, hat drei Gründe. Zum einen stammen sie von Salers-Kühen, einer alten französischen Rasse. Und «liebevoll betreut von meinem Mann Silvio», können sich diese Exoten in einem Laufstall und davor frei bewegen. Das Wichtigste jedoch ist der kurze Weg zum Metzger Ivo Nay. «In nur einer Minute Fahrzeit kommt bei den Tieren keine Angst auf», sagt der, und das habe für das Fleisch einen positiven Nebeneffekt: «Bei Vieh, das durch die halbe Schweiz gekarrt wird, steigt wegen Stress der pH-Wert, also der Säuregehalt. Das ist bei den Salers der Livers nicht der Fall.»

Die langhörnigen Tiere, sagt Catrina, haben ein artgerechtes Leben. «Die Kälber werden mit null Chemie aufgezogen, dürfen auf der Alp Nadéls sömmern und bleiben nach geltenden Regeln von Natura Beef zehn Monate bei ihrer Mama». Im Stall stehen 22 Mutterkühe plus «ein glücklicher Stier», und jährlich werden etwa zwölf Kälber geschlachtet. Ihr vakuumiertes Fleisch kann als Mischpakete von fünf, zehn oder 20 Kilos bestellt und abgeholt werden – «da sind Hackfleisch, Würste, Steaks und was immer alles drin». Abnehmer sind vielfach Stammkunden, oft aber auch zufällig vorbeiflanierende Laufkunden, «die selbstverständlich auch kleine Mengen kaufen können». 

Als Bauerntochter hat Catrina etliches mehr zu bieten als Salers-Produkte. Unter anderem fünf Sorten Kartoffeln, getrocknete Apfelschnitze, Honig, Alpkäse und Eier «von 200 Hühnern». Die Arbeit geht den Livers nie aus. Das Einzige, was keine macht, sind die Blechtiere vor der Ladentür.